Vor der Vattenfall-Zentrale: Kohle nur noch zum Grillen!

Mehr als zwanzig Kraftwerksgegner haben heute vor der Zentrale des Energiekonzerns Vattenfall Europe in der Chausseestraße in Berlin Mitte gegen ein neues Kohlekraftwerk im Bezirk Lichtenberg protestiert. Sie verteilten Tofuwürstchen und Flyer an Passanten und Vattenfall-Mitarbeiter. Direkt vor der Vattenfall-Zentrale hatten die Klimaschützer einen mobilen Grill aufgebaut. Sie forderten: „Kohle nur noch zum Grillen!“

Foto: Protest-Grillen vor der Vattenfall-Zentrale in Berlin

Ulf Sieberg, Klimareferent des BUND in Berlin, begrüßte die Aktion: „Die Initiative zeigt, dass Kohle nicht zu den Energieträgern gehört, die sich die Berliner Bürgerinnen und Bürger wünschen.“ Wenn überhaupt Bedarf an einem neuen Kraftwerk bestünde, dann müsse man über klimafreundlichere Alternativen nachdenken, so Sieberg weiter. Er nannte ein Gaskraftwerk als Übergangslösung und die Erneuerbaren Energien als mittelfristige Dauerlösung.

Hintergrund: Der Energiekonzern Vattenfall möchte in Berlin ein neues Steinkohle-Kraftwerk bauen, das jährlich über 4 Millionen Tonnen CO2 freisetzen wird. Diese Menge entspricht rund 20 Prozent der jetzigen Berliner CO2-Emission. Damit wären die Klimaschutzziele von Berlin hinfällig. Berlin hat sich freiwillig verpflichtet, bis 2030 50 Prozent seiner CO2-Emissionen einsparen zu wollen. Bis zum Jahr 2050 ist sogar eine Absenkung der Emissionen um 80 Prozent gegenüber 1990 geplant.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat sich bisher noch nicht zu den Kraftwerksplänen in Berlin positioniert. Alle Parteien des Berliner Abgeordnetenhauses haben sich gegen ein neues Kohlekraftwerk ausgesprochen. Vattenfall hatte versichert, kein Kohlekraftwerk gegen den Willen der Berliner Bevölkerung bauen zu wollen. In Moorburg/Hamburg kämpft Vattenfall derzeit intensiv für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks – gegen den Willen eines Großteils der Einwohner Hamburgs.

„Ich bezweifle, dass Berlin überhaupt ein neues Kraftwerk braucht“, sagt Ben Schubert, Energieexperte des Netzwerks. „Vattenfall verfolgt den Plan, durch ein weiteres Kraftwerk seine Monopolstellung auf dem Berliner Energiemarkt auszubauen und seine Profite zu steigern.“
Ingo Frost, der Sprecher des Netzwerks, fordert alle Berliner auf, gegen Vattenfall aktiv zu werden. „Nutzen Sie Ihre Macht als Konsument! Wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter!“

Fotos von der Aktion zur kostenfreien Verwendung gibt es unter kohle-nur-noch-zum-grillen.de/fotos.

Nachtrag 26. September:
Die TAZ Berlin berichtet in ihrer Freitagsausgabe (“Was machen eigentlich … die Vattenfall-Kritiker?”) über die Protestaktion.

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2 Antworten zu “Vor der Vattenfall-Zentrale: Kohle nur noch zum Grillen!”

  1. ingo sagt:

    Vielleicht sollte man mal an der Baustelle in Moorburg grillen – oder doch gleich bei den Grünen?!

  2. Kohle nur noch zum Grillen - Witzige Protestaktion gegen Kohlekraftwerke - Nachhall Texter sagt:

    […] Am letzten Freitag protestierte eine Gruppe Kohlekraftgegner vor der Vattenfall Zentrale in Berlin, indem sie auf einem kleinen Kohlengrill Tofuwürstchen brieten und an die Passanten verteilten. […]

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