Protest-Grillen gegen die Erschließung neuer Tagebaue in Brandenburg

Klimaaktivisten haben heute vor dem Alten Rathaus in Potsdam gegen die Erschließung weiterer Tagebaue und für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung in Brandenburg protestiert. Sie verteilten Tofuwürstchen und Flyer an Passanten und Teilnehmer der dort stattfindenden „Zukunftskonferenz Energieland Brandenburg“. Direkt vor der Konferenzstätte hatten die Klimaschützer einen mobilen Grill aufgebaut. Sie forderten: „Kohle nur noch zum Grillen!“

Die Aktivisten gehören dem BUND Berlin, dem derzeit in Brandenburg laufenden Volksbegehren „Keine neuen Tagebaue – für eine zukunftsfähige Energiepolitik“ und dem offenen Netzwerk kohle-nur-noch-zum-grillen.de an.

Hintergrund: Dem Energiekonzern Vattenfall steht in der Lausitz in bereits genehmigten Tagebauen genug Braunkohle zur Verfügung, um die Kraftwerke dort noch bis in die 30er Jahre mit Brennstoff zu versorgen. Trotzdem will der Konzern im Brandenburgischen Teil der Lausitz 900 Millionen Tonnen Braunkohle zusätzlich fördern. Zudem plant Vattenfall, die drei neuen Tagebaue Jänschwalde-Nord, Spremberg-Ost und Bagenz-Ost aufschließen.

Die Braunkohleverstromung ist die klimafeindlichste Form der Energiegewinnung überhaupt. Allein die beiden brandenburgische Braunkohlekraftwerke Jänschwalde – das viertdreckigste Kraftwerk Europas – und Schwarze Pumpe pumpen jedes Jahr rund 36 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre und machen Brandenburg weltweit zu einem der größten Emittenten auf kleinsten Raum.

Trotzdem will die Landesregierung Brandenburg die Erschließung weiterer Tagebaue genehmigen.

„Geben Sie Brandenburg mit Ihrer Unterschrift die Chance, mittelfristig aus der Braunkohleverstromung auszusteigen“, sagt Falk Hermenau vom Volksbegehren „Keine neuen Tagebaue – für eine zukunftsfähige Energiepolitik“. „Unterschreiben Sie das Volksbegehren für eine zukunftsweisende Energiepolitik.“
Auch Sabine Storm vom Netzwerk kohle-nur-noch-zum-grillen.de fordert alle Brandenburger auf, gegen Vattenfall aktiv zu werden. „Nutzen Sie Ihre Macht als Konsument! Wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter!“

Nachtrag: Greenpeace beteiligt sich an dem Volksbegehren und erklärt die Hintergrunde in einem YouTube-Video.


Tags: , , ,

Hinterlasse eine Antwort