Schneemann-Demo??? oder…

100E0307s…Schneespaß trotz Entega.
Januar Wochenende. Zentraler Platz in Berlins Mitte. Eingerahmt von Berliner Dom, Spree und ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR fand auf dem Schloßplatz, quasi im Keller des ehemaligen Palastes der Republik eine sogenannte Schneemann-Demo statt. Als Schneemänner kostümierte Animateur-Damen, weiß gekleidete Hostessen, eine Getränkebar, eine Schauspielerin, die Kindermärchen liest, bezahlte professionelle Schneegestaltenbauer, sie bildeten den Rahmen und die Kulisse für eine “Schneemanndemo”, organisiert von Entega. Einem Stromversorger aus der Mainzer Region, der jetzt auch Ökostrom vertreiben will (siehe auch “Schummelstrom” bei Utopia).


100E0319sWir waren interessiert, wie eine Aktionsidee, die wir vor gut einem Jahr entwickelt haben (Schneefamilien erfreuen sich des Winters und verlangen die Ursachen der Klimaerhitzung zu bekämpfen) und ohne unsere Kenntnis übernommen wurde, von den professionellen Agenturen umgesetzt wurde.
Die Aktion wurde bereits zuvor in Umwelt-Blogs heftig diskutiert. Auch die taz berichtet differenziert. Always those “Astroturfers“…

Beeindruckt waren wir von der Zahl der Schneemänner. Wobei nach unserem Eindruck die wenigsten von spontanen bauwilligen Berlinern, sondern eher Entega-Angestellten und Hostessen errichtet wurden.

Interessant auch die vielen Plakate und Aushänge überall in der Stadt – ein RIESEN Marketingaufwand.

…scheint als wurde unserem Slogan dieser Tage  durch Entega eine weitere Interpretationsform hinzugefügt…($)

100E0342sWir hatten jedenfall trotzdem Spaß im Schnee.

Haben keinen Kunstschnee-Schneemann gebaut, kein Banner mit Entega Materialien gemalt…aber…Dank Rote-Bete- und Sauerkirschsaft unsere Botschaft auf der Demo kundgetan:

KOHLE NUR NOCH ZUM SCHNEEMANN BAUEN – KEIN STROM AUS KOHLEKRAFTWERKEN!

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Eine Antwort zu “Schneemann-Demo??? oder…”

  1. Robert sagt:

    Kommentar des Hauptstadtmagazins ZITTY Heft 3/2010

    Krieg der Schneemänner
    Klimaschutz oder grüngefärbte Probaganda?

    Der hessische Stromverkäufer Entega ist auf dem besten Wege, sich in der Hauptstadt nachhaltig unbeliebt zu machen. Mit einer großen Schneemanndemo am Schlossplatz versuchte man am 22. Januar gegen die Klimaerwärmung zu protestieren – was allerdings nicht so ganz ehrlich war: Entega verkauft selbst Strom, der zu 35 Prozent aus fossilen Energieträgern stammt und gehört über den Mutterkonzern HSE zu 40 Prozent dem Kohle-und-Atom-Giganten Eon. Öko ist anders. Zudem klaute die von Entega beauftragte Agentur Johanssen + Kretschmer mit Sitz im noblen Beisheim-Center die Idee zur Schneemanndemo dreist von den Aktivisten “Kohle ist nur noch zum Grillen da”, die schon 2009 per Schneemanndemo gegen das geplante Vattenfall-Kohlekraftwerk protestierten.

    Bildunterschrift: Werbung, getarnt als Demo – Schneemann vom Schmuddelstromanbieter

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