Die wichtigsten Fakten zum Klimaschutzabkommen von Paris

 

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Die Demo vor dem Arc de Triomphe

PARISER DEMO VIDEO:  VID_20151212_125953

Erstmals haben sich weltweit alle 196 Staaten auf ein gemeinsames Klimaschutzabkommen geeinigt. Alle Staaten erkennen somit die massiven vom Klimawandel ausgehenden Gefahren an. Das Abkommen könnte den Beginn eines neuen und nachhaltigen Zeitalters markieren. Aber es bleibt weiterhin viel zu tun!

Der Vertragsinhalt im Einzelnen:

1,5-Grad-Ziel: Die Länder haben sich das Ziel gesetzt, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Verschärfung des Ziels (vormals 2 Grad) erfolgte insbesondere auf Druck der südlich gelegenen Länder, da diese schon heute unter enormen Schäden aufgrund von lang anhaltenden Dürreperioden, andernorts unter massiven Stürmen und Überschwemmungen leiden und viele Todesopfer zu verzeichnen haben. Niedrig gelegene Staaten wie Bangladesch oder viele Inselstaaten sind durch den Meeresspiegelanstieg existenziell bedroht. Entsprechend haben die Staaten beschlossen zu versuchen, die Erwärmung auf 1,5 Grad, statt wie bisher nur auf 2 Grad zu begrenzen.

Hebemechanismus: Vor Beginn der Klimaverhandlungen in Paris haben 187 Staaten nationalen Klimaaktionspläne und entsprechende CO2-Reduktionsziele bei der UN eingereicht. Allerdings sind diese bisher eingereichten CO2-Reduktionsziele keinesfalls ausreichend, sie würden zu einer Erderwärmung von ca. 2,7 Grad führen!
Entsprechend müssen die Reduktionszusagen schnell angehoben werden! Dafür soll der sogenannte „Hebemechanismus“ sorgen. Er funktioniert folgendermaßen: Alle fünf Jahre werden die eingereichten Klima- und Reduktionspläne der einzelnen Länder auf Ihre Einhaltung hin überprüft. Gleichzeitig werden die Länder dazu ermutigt, ihre Klimaziele zu erhöhen. Die erste dieser Kontrollen wird bereits im Jahr 2018 erfolgen. Im Jahr 2023 dann die nächste usw.

Finanzierung: Im Pariser Abkommen wurde darüber hinaus vereinbart, dass die Industrieländer von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar für den Umbau der Energieversorgung, aber auch zur Beseitigung von durch den Klimawandel verursachte Schäden zur Verfügung stellen. Allerdings wird ein Großteil dieser Gelder voraussichtlich als privatwirtschaftliche Investitionen in die Entwicklungsländer fließen und nur ein vergleichsweise geringer Anteil aus öffentlichen Quellen für die schon heute notwendige Behebung von klimabedingten Schäden. Bis zum Jahr 2015 können andere weiter entwickelte Schwellenländer wie z.B. China auf „freiwilliger Basis” ebenfalls Unterstützungen leisten. Ab dem Jahr 2026 soll ein neuer, die 100 Milliarden US-Dollar übersteigender Klimafond aufgelegt werden, an dem sich auch die Schwellenländer verbindlich beteiligen sollen.

Verluste und Schäden: Obwohl bereits der eingerichtete Klimafond Gelder enthält – wenn auch in einem noch nicht ausreichendem Umfang – die für die Beseitigung von Klimaschäden verwendet werden können, haben insbesondere die USA explizit vermieden, dass die Entschädigung von klimawandelbedingten Schäden verbindlich im Abkommen geregelt werden.
Das erste globale Klimaschutzabkommen tritt in Kraft, wenn es von mindestens 55 Ländern, welche zusammen 55 Prozent der Emissionen ausmachen, ratifiziert wurde.

Was bleibt zu tun? Die Reduktionszusagen der Länder sind bisher keinesfalls ausreichend. Die Klimaziele müssen weiterhin erhöht werden, um massive klimabedingte Schäden welche von uns – insbesondere von unseren Kindern und den folgenden Generationen – getragen werden müssen zu verhindern.

Das Abkommen von Paris ist ein gutes Signal, aber jetzt müssen konkrete Maßnahmen folgen. Für Deutschland bedeutet das schnellstmöglich, spätestens bis 2030, vollständig aus der Kohleverstromung auszusteigen und den Ausbau der Erneuerbaren mit voller Kraft voranzutreiben. Doch ohne den massiven Druck aus der Gesellschaft und von zahlreichen Umweltbewegungen wird dies nicht erfolgen. Lasst uns zusammen für die Energiewende in Berlin und in Deutschland weiter kämpfen und als internationales Vorbild für die Energiewende und den Klimaschutz vorangehen!!

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