Artikel mit ‘Weltklimatag’ getagged

Das Kaisers saubere Kohle

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Lea Streisand©

In einem Land lebte ein Volk, das brauchte ungeheuer viel Strom. Zum Heizen und zum Waschen, zum Kochen und zum Einfrieren, zur Fortbewegung und zur Entspannung, ja sogar um miteinander zu reden brauchte das Volk Strom. Im Grunde ging in diesem Land nichts ohne Strom. „Es gibt kein Leben ohne Strom“, sagten die Weisen des Volkes, „Ein Kind erblickt das Licht der Glühbirne und der Tod tritt ein, wenn man die Herz-Lungen-Maschine abschaltet.“

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Hänsel und Gretel im Tagebau

Mittwoch, 10. Dezember 2008

von Sabine

Neben einem Braunkohle-Tagebau wohnte ein armer Baggerfahrer mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, Hänsel und Gretel. Sie hatten wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als die großen Konzerne die Preise für Strom abermals erhöht hatten, konnten sie das tägliche Brot nicht mehr kaufen. Wie der Vater sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau: »Was soll aus uns werden? Was sollen wir nur tun, wenn die böse Hexe weiter die Dörfer zerstören und die Kohle aus der Erde abbaggern lässt? Bald sind auch Hänsel und Gretel groß genug und müssen für sie schuften. Und ich weiß nicht, wie ich das täglich Brot sonst bezahlen soll.« »Weißt du was, Mann«, antwortete die Frau, »wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Tagebau führen und sie dort verstecken. Dann gehen wir an die Arbeit in der Kohlegrube und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus, und wir sind sie los.« »Nein, Frau«, sagte der Mann, »das tue ich nicht; wie sollt ich’s übers Herz bringen, meine Kinder im Tagebaugebiet allein zu lassen! «
»Oh, du Narr«, sagte sie, »dann müssen wir bald alle viere im Tagebau schuften, und wenn die Strompreise weiter steigen, hungern wir alle vier«, und ließ ihm keine Ruhe, bis er einwilligte. »Aber die armen Kinder tun mir doch leid«, sagte der Mann.

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